1. Fachtag des Pflegepraxiszentrums Nürnberg – Innovative Technologien in die Pflegepraxis bringen
Rund 150 Teilnehmende aus Pflege, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind am 31.01.2019 der Einladung des Pflegepraxiszentrums Nürnberg (PPZ-Nürnberg) gefolgt, um im Presseclub Nürnberg Fragen der Digitalisierung und Technisierung der Pflege zu diskutieren.
Das Forschungsinstitut IREM der Hochschule Würzburg-Schweinfurt erprobt und bewertet in dem vom BMBF geförderten Projekt gemeinsam mit fünf weiteren Partnern aus der Metropolregion Nürnberg innovative Pflegetechnologien und digitale Anwendungen in unterschiedlichen Pflegepraxissettings, u. a. der stationären und ambulanten Altenpflege sowie der Gesundheits- und Krankenpflege.
Die ersten Praxiserprobungen des PPZ-Nürnberg wurden gleich zu Beginn des Fachtags durch kurze Filmsequenzen vorgestellt: "Sensorik zur Sturzprävention" (Diakonie Neuendettelsau), "Virtual Reality als Unterhaltungsangebot für Menschen im Pflegeheim" (NürnbergStift) und "App-basierte Kommunikation für Patienten mit Kommunikationsbarrieren" (Klinikum Nürnberg). Zwei Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Pflegepraxis, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gaben spannende Einblicke in die vielfältigen Fragen und Themen rund um die Digitalisierung und Technisierung der Pflege.
Prof. Dr. Christian Bauer, Stv. Institutsleiter des IREM sowie Prof. Dr. Jürgen Zerth, Leiter des Forschungsinstituts IDC der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth gingen in ihrem gemeinsamen Vortrag schließlich der Frage nach, warum Technologien in der Pflegepraxis implementiert werden oder nicht. Mit ELSI+ stellten Sie einen Ansatz vor, bei dem neue Technologien systematisch auf ethische, rechtliche, soziale und zudem auf ökonomische, pflegepraktische und technische Aspekte untersucht und bewertet werden können. „ELSI+ ist ein konsequent partizipativ ausgerichteter Ansatz, bei dem Praxis- und Wissenschaftspartner gemeinsam technische Innovationen als Veränderung der zugehörigen soziotechnischen Systeme begreifen und aus verschiedenen Perspektiven untersuchen und bewerten.“, so Prof. Dr. Bauer. Ziel des Ansatzes ist es, ein Pflegepraxiswissen zu erarbeiten, das Eintrittsschranken und Implementierungshürden für neue Technologien senkt. Die Frage, wie es gelingt Pflegeinnovationen auf pflegerische Alltagstauglichkeit und Praktikabilität zu testen, damit auch andere Pflegende, Nutzer aber auch Hersteller aus diesem Wissen lernen können, sei die Hauptaufgabe des ELSI+-Ansatzes, bekräftigt auch Prof. Dr. Zerth.
Über das PPZ-Nürnberg
Das Pflegepraxiszentrum Nürnberg (PPZ-Nürnberg) ist ein Verbund pflegepraktischer, wissenschaftlicher und netzwerkbildender Einrichtungen mit dem Ziel, Innovationen in die Anwendung zu bringen. Es erprobt und bewertet im Echtbetrieb von Klinik und Pflegeeinrichtungen neue Technologien und Dienstleistungen auf deren Praxistauglichkeit, Akzeptanz und Nutzen für Pflegende und Gepflegte. Zum Konsortium gehören die Praxispartner NürnbergStift, Klinikum Nürnberg und das Evangelisch-Lutherische Diakoniewerk Neuendettelsau. Wissenschaftlich wird das Projekt durch das Forschungsinstitut IDC der Wilhelm Löhe Hochschule und das Forschungsinstitut IREM der Hochschule Würzburg-Schweinfurt begleitet. Mit dem Forum MedTech Pharma e.V. als Netzwerkplattform wird das PPZ-Nürnberg vervollständigt. Das PPZ-Nürnberg ist Teil des Clusters Zukunft der Pflege und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.